Formula Vee, Formel Vau, Formel V

Anfang der sechziger Jahre hatte der amerikanische VW-Händler Hubert L. Brundage die Idee, einen kleinen Rennwagen auf VW-Käfer-Basis zu bauen.
Er schickte 1958 einen nagelneuen Käfer zu Nardi nach Italien, um daraus einen Formel-Rennwagen mit Rohrrahmen bauen zu lassen. Brundage war allerdings nicht überzeugt von dem, was zurückkam und nach wie vor schwachbrüstige 30 PS Serienleistung bot.

Er verkaufte das Auto 1961 an die Ingenieure George Smith und William Duckworth, die daraus den "Formcar" entwickelten. Sie wollten eine Rennserie für den Wagen etablieren. Im Jahr 1962 erlebten die vier ersten Wagen ihre Feuerprobe. Mit nur 40 PS Leistung mussten die "Formula Vee" beim Rennen von Savannah von ganz hinten starten. Doch die "Formcars" schafften einen Dreifachsieg und setzten so ein erstes Ausrufezeichen

Bei „Volkswagen of America“ war man begeistert und unterstützte das Projekt. Schon 1963 wurde in den USA das erste offizielle Reglement der „Formula Vee“ veröffentlicht.
Schnell nahmen 40 bis 50 Fahrer an den kostengünstigen Rennen teil, denn für die Teilnahme benötigte man nur einen Motor, das Getriebe mit Differential sowie die Vorderachse und die Lenkung vom VW Käfer und ein Chassis. An allen Serienteilen waren nur leichte Modifikationen erlaubt. So durften zum Beispiel die original VW-Teile nur geglättet und die Düsenbestückung des Vergasers verändert werden.
Durch das klare Regelwerk der nur 345kg schweren Renner wurde eine enge Leistungsdichte gewährleistet, was für spannende Rennen sorgte.

1964 erlebte der damalige Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein die kleinen Renner in Daytona und war begeistert. Zurück in der Heimat, versuchte der Rennbaron seinen Arbeitgeber Porsche davon zu überzeugen, die „Formula Vee“ in Deutschland zu etablieren.
Porsche zeigte sich zunächst skeptisch, doch von Hanstein überzeugte schließlich Ferry Porsche und den damaligen US-Chef Volkswagens, Dr. Carl Hahn, vom PR-Wert der kleinen Flitzer.
Ende 1964 wurden jeweils ein „Beach“ und einen „Formcar“ nach Deutschland überführt und durch von Hanstein, Richard von Frankenberg und Herbert Linge ausgiebig getestet. Anschließend orderte der Sportwagenhersteller je fünf Bausätze beider Fahrzeuge.
Diese wurden bei Porsche in Stuttgart zusammengebaut Mit diesen zehn Fahrzeugen (+2 Ersatzrenner) reiste von Hanstein durchs Land, um das Interesse zu wecken.
Bei den Bergrennen in Eberbach und am Rossfeld wurde das Konzept erstmal einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Juni 1965 feierte die „Formel Vau“ am Norisring ihre offizielle Rennpremiere, nachdem die damalige Sportbehörde ONS, zu derem Präsidium auch von Hanstein gehörte, ein Reglement herausgab.
Am Steuer saß dabei auch Streckensprecher Rainer Braun, der auch zum 50jährigen US-Jubiläum in Daytona einen Bericht verfasste.

1971 zählte man weltweit deutlich mehr als 3000 Rennwagen.
Die „Formel Vau“ hatte sich damit in knapp sechs Jahren zur erfolgreichsten Nachwuchs-Formel der Welt entwickelt.
In den Anfangsjahren leisteten die seriennahen 1200er und 1300er VW-Motoren ca. 50 PS.
1969 wurde die Nockenwelle freigestellt, durch das die Leistung auf rund 75 PS stieg.
Ab 1972 kamen die "Zweivergaser" auf, ab 1973 durfte ohne Kühlgebläse gefahren werden. Die Leistung stieg auf rund 100 PS.
Ab 1971 entwicklete sich paralell die Formel Super V. Die Monoposti kosteten zwischen 50.000 bis 60.000 DM und das war äußerst preiswert für reinrassige Rennwagen mit 1687ccm T4-Motor, 125 PS, 350 kg Leergewicht und 235 km/h Höchstgeschwindigkeit.

1977 wechselte man auf wassergekühlte Motoren aus dem Golf, allerdings wurde die Serie der Formel 3 damit zu ähnlich, im Jahr 1982 war dann, mit der Unterstützung von VW, Schluss.